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Fakten statt Polemik. Aufklärung über radikalen Tierschutz.

Kritisch. Fundiert. Unabhängig.Hintergrundanalysen und aktuelle Entwicklungen.

Tierschutz im Fokus

Kategorie: Tierschutz im Fokus

  • Sumatra-Tiger-Nachwuchs im Krefelder Zoo

    Sumatra-Tiger-Nachwuchs im Krefelder Zoo

    Im Krefelder Zoo ist am 7. Juni ein Sumatra-Tiger zur Welt gekommen. Von den drei Jungtieren überlebte nur ein Kater: Eines starb kurz nach der Geburt, bei einem weiteren wurde ein Herzfehler festgestellt. Weil es nicht lebensfähig war, entschieden sich Tierpfleger und Zootierärztinnen für eine Einschläferung.

    Mau versorgt den verbliebenen Jungtiger

    Die Tigerin Mau kümmert sich intensiv um ihren Nachwuchs. Der junge Kater nimmt inzwischen feste Nahrung zu sich und wiegt rund 13 Kilogramm. In den ersten Lebensmonaten blieb er mit seiner Mutter hinter den Kulissen.

    In den kommenden Tagen soll er erstmals die Wurfhöhle und den rückwärtigen Bereich des Tigerhauses verlassen. Danach könnte er zeitweise auf der für Besucher einsehbaren Außenanlage zu sehen sein. Einen festen Zeitpunkt gibt es dafür nicht: Wie lange der Jungtiger draußen bleibt, hängt vom Verhalten von Mau und ihrem Nachwuchs ab. Besucher benötigen deshalb zunächst etwas Glück, um ihn beobachten zu können.

    Die Entwicklung wird engmaschig veterinärmedizinisch kontrolliert. Der Kater wird regelmäßig gewogen, untersucht und erhält die notwendigen Impfungen. Bei Behandlungen zeigt er sich nach Angaben des Zoos ruhig und kooperativ, versteckt sich vor den Tierpflegern aber offenbar weiterhin gern.

    Zweiter Zuchterfolg des Tigerpaares

    Für Mau ist der aktuelle Wurf der zweite Zuchterfolg mit dem Kater Leopold. Das Paar war zwischen dem 25. Februar und dem 1. März zusammengeführt worden. Bereits im November 2022 hatte Mau drei Jungtiere geboren, von denen sich zwei gut entwickelten. Diese beiden Tiere wurden 2024 im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms an Zoos in Irland und Frankreich vermittelt.

    Die Verbindung der beiden Tiger verlief anfangs nicht problemlos. Mau reagierte zunächst abweisend auf Leopold, der aus dem Naturzoo Rheine nach Krefeld kam. Erst nach mehreren Annäherungen entwickelte sich das Paar zu einer erfolgreichen Zuchtgemeinschaft.

    Nachwuchs als Teil der Reservepopulation

    Sumatra-Tiger gehören zu den hochgradig bedrohten Großkatzen. Nachzuchten in Zoos werden deshalb im Europäischen Erhaltungszuchtprogramm zwischen den Einrichtungen abgestimmt, damit eine Reservepopulation erhalten bleibt.

    Der Krefelder Zoo beteiligt sich mit der Zucht am Europäischen Erhaltungszuchtprogramm. Für die unmittelbaren Besucher ist zunächst entscheidend, ob der junge Kater gesund weiterwächst und sich schrittweise an die Außenanlage gewöhnt. Der junge Kater soll in den kommenden Tagen erstmals die Außenanlage erkunden.

  • Kuh auf Weide in Dithmarschen offenbar erschossen – Polizei sucht Zeugen

    Kuh auf Weide in Dithmarschen offenbar erschossen – Polizei sucht Zeugen

    Auf einer Weide im Mühlenweg in Kleve im Kreis Dithmarschen ist eine Kuh offenbar durch einen Schuss getötet worden. Der Eigentümer entdeckte das tote Rind am Montagmorgen gegen 9 Uhr. Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz und wegen Sachbeschädigung.

    Verletzung am Kopf deutet auf Schuss hin

    Nach Angaben der Polizeidirektion Itzehoe wies das Tier eine Kopfverletzung auf, die nach bisherigen Erkenntnissen auf eine Schussabgabe hindeutet. Eine endgültige Feststellung zur Tat und zum genauen Ablauf liegt damit bislang nicht vor. Am Sonntagabend gegen 21 Uhr soll die Kuh noch unversehrt gewesen sein. Die Polizei sucht nach weiteren Hinweisen zum Geschehen. Der genaue Ablauf ist bislang offen.

    Der mögliche Tatzeitraum reicht somit von Sonntagabend bis Montagmorgen. Hinweise auf einen Täter oder mehrere Beteiligte gibt es derzeit nicht. Auch ist bislang offen, aus welcher Entfernung und mit welcher Waffe auf das Tier geschossen worden sein könnte. Weitere Angaben zum möglichen Täter liegen bislang nicht vor.

    Polizei bittet um Hinweise aus der Umgebung

    Die Ermittler suchen insbesondere Personen, die im fraglichen Zeitraum am Mühlenweg verdächtige Menschen oder Fahrzeuge beobachtet haben. Ebenso wichtig können Wahrnehmungen von Schussgeräuschen sein. Gerade in ländlichen Gebieten können Anwohner, Spaziergänger oder Verkehrsteilnehmer Hinweise liefern, die den Zeitraum der Tat weiter eingrenzen. Solche Beobachtungen können für die laufenden Ermittlungen relevant sein.

    Zeugen werden gebeten, sich beim Polizeibezirksrevier Heide unter der Telefonnummer 0481 940 zu melden. Die Polizei bittet darum, auch scheinbar unbedeutende Beobachtungen mitzuteilen, wenn sie in die Zeit zwischen Sonntag, 21 Uhr, und Montag, 9 Uhr, fallen. Die Ermittler prüfen die eingehenden Hinweise im Zusammenhang mit dem Fund des Tieres.

    Ermittlungen nach dem Tierschutzgesetz

    Die Einordnung als möglicher Verstoß gegen das Tierschutzgesetz steht derzeit unter dem Vorbehalt der laufenden Ermittlungen. Fest steht nach der bisherigen Polizeimeldung, dass das Nutztier zwischen der letzten bekannten unversehrten Sichtung und dem Auffinden des Kadavers starb und eine Verletzung aufwies, die auf einen Schuss hindeutet. Eine rechtskräftige Bewertung der Tat oder eine Identifizierung eines Verantwortlichen gibt es bislang nicht. Die Ermittlungen sind daher noch nicht abgeschlossen.

    Neben dem möglichen Tierschutzverstoß prüft die Polizei den Vorgang als Sachbeschädigung. Das Rind gehörte dem Eigentümer; mit seinem Tod entstand zugleich ein wirtschaftlicher Schaden. Für den Tierhalter geht es damit nicht nur um die Aufklärung des Todes, sondern auch um die Frage, wie eine fremde Person auf die Weide gelangen und dort eine Schussabgabe ausführen konnte. Ob sich dieser Ablauf bestätigen lässt, ist bislang offen.

    Der Fall reiht sich nicht automatisch in andere Schusswaffendelikte gegen Tiere ein. Jeder Hinweis muss sich konkret auf den Mühlenweg und den genannten Zeitraum beziehen. Entscheidend für die weiteren Ermittlungen dürfte deshalb sein, ob Anwohner einen Knall, Fahrzeuge oder Personen in der Nähe der Weide wahrgenommen haben. Eine Zuordnung zu anderen Fällen ist derzeit nicht belegt.

    Quellen

  • Veganer Schwangerschaftstest: Gute Innovation – aber warum muss daraus Vegan-Marketing werden?

    Veganer Schwangerschaftstest: Gute Innovation – aber warum muss daraus Vegan-Marketing werden?

    Ein Schwangerschaftstest ohne tierische Antikörper ist seit September 2025 im Handel. Das Hannoveraner Start-up Phaeosynt setzt dabei auf gentechnisch veränderte Kieselalgen, die Antikörper für den Test produzieren. Das Verfahren ist technisch interessant und kann dort, wo bislang tierische Bestandteile benötigt werden, eine sinnvolle Alternative darstellen. Trotzdem stellt sich eine andere Frage: Warum muss ausgerechnet das Wort „vegan“ derart prominent in den Mittelpunkt der Vermarktung gestellt werden?

    Der Test wird unter der Marke „hey mela“ als veganer Schwangerschaftstest angeboten und ist im eigenen Online-Shop, bei Rossmann sowie in ausgewählten Apotheken erhältlich. Phaeosynt bezeichnet das Produkt als weltweit ersten Schwangerschaftstest dieser Art. Die eigentliche Innovation liegt jedoch nicht darin, dass ein Vegan-Logo auf der Verpackung steht, sondern darin, dass für einen entscheidenden Bestandteil des Tests keine tierischen Antikörper mehr benötigt werden. Genau diese technische Leistung wäre eigentlich schon stark genug, um das Produkt zu vermarkten.

    Antikörper ohne Tiere: Das ist der eigentliche Fortschritt

    Herkömmliche Schwangerschaftstests weisen im Urin das Hormon hCG nach. Dafür werden Antikörper benötigt, die an bestimmte Strukturen des Hormons binden und dadurch das bekannte Testergebnis sichtbar machen. In Teilen der Antikörperproduktion spielen tierische Ausgangssysteme traditionell eine Rolle. Phaeosynt verfolgt dagegen einen anderen Weg und nutzt Kieselalgen als biologische Produktionsplattform.

    Die Algen werden gentechnisch so verändert, dass sie die benötigten Antikörper herstellen können. Die Grundlage dafür entstand an der Leibniz Universität Hannover. Alina Eilers entwickelte während ihrer Promotion einen Schnelltest, aus dem gemeinsam mit der Wirtschaftswissenschaftlerin Stephanie Pfeil-Coenen die Ausgründung Phaeosynt hervorging. Für diesen Ansatz erhielt das Team unter anderem 2023 den Wettbewerb „Startup-Impuls“ und Unterstützung durch das niedersächsische BioIntelligence-Programm.

    Genau dieser Teil der Geschichte ist aus Sicht von GERATI durchaus positiv zu bewerten. Wenn sich ein diagnostischer Bestandteil zuverlässig ohne die Nutzung tierischer Antikörper herstellen lässt, spricht wenig dagegen, diese Technologie einzusetzen. Fortschritt entsteht schließlich nicht dadurch, dass man Tiernutzung grundsätzlich verbietet oder moralisch verurteilt, sondern häufig dadurch, dass bessere technische Alternativen entwickelt werden. Wenn diese wirtschaftlich funktionieren und dieselbe oder eine bessere Leistung erzielen, setzen sie sich im Idealfall von selbst durch.

    Warum muss daraus unbedingt ein „veganer“ Schwangerschaftstest werden?

    Problematisch wird es weniger bei der Technik als bei ihrer Vermarktung. Phaeosynt verkauft nicht in erster Linie einen Schwangerschaftstest mit tierfrei produzierten Antikörpern, sondern einen „veganen Schwangerschaftstest“. Damit wird aus einer biotechnologischen Innovation gleichzeitig eine weltanschaulich aufgeladene Produktbotschaft. Genau hier darf man fragen, ob das dem Produkt langfristig überhaupt hilft.

    Menschen, die sich nicht vegan ernähren und mit der veganen Bewegung wenig anfangen können, reagieren auf entsprechende Kennzeichnungen teilweise ablehnend. Das Vegan-Logo wird von manchen Verbrauchern nicht mehr nur als nüchterne Produktinformation wahrgenommen, sondern mit moralischen Forderungen, Verzicht, Bevormundung oder einer bestimmten Lebensweise verbunden. Wer seit Jahren erlebt, dass inzwischen auf immer mehr Produkten groß „vegan“ steht, obwohl man dort ohnehin keine tierischen Bestandteile erwartet hätte, kann sich durchaus fragen, warum diese Bezeichnung ständig hervorgehoben werden muss.

    Damit kann die Vermarktung sogar einen gegenteiligen Effekt haben. Ein Verbraucher könnte die eigentliche technische Leistung des Produkts durchaus unterstützen und es trotzdem liegen lassen, weil ihm die vegane Markenbotschaft unsympathisch ist. Das wäre ausgerechnet für Phaeosynt besonders schade. Denn die Firma besitzt mit der Antikörperproduktion durch Kieselalgen ein wesentlich stärkeres Argument als irgendein Lifestyle-Label.

    Warum also nicht einfach deutlich auf die Verpackung schreiben: „Antikörper ohne tierische Ausgangsstoffe hergestellt“ oder „ohne tierisch produzierte Antikörper“? Das beschreibt die relevante Innovation unmittelbar. Niemand muss dafür Veganer sein, niemand wird in eine Ernährungs- oder Lebensweise einsortiert und trotzdem versteht der Verbraucher, worin der Unterschied zu anderen Verfahren liegt.

    „Die Höhle der Löwen“ zeigte bereits die Marketingstrategie

    Dass das Vegan-Label kein nebensächlicher Zusatz ist, zeigte sich auch beim Auftritt von Phaeosynt beziehungsweise „hey mela“ in der Fernsehsendung „Die Höhle der Löwen“. Dort wurde der Schwangerschaftstest 2025 einem breiten Publikum vorgestellt. Die Gründerinnen stellten die bisherige Nutzung tierischer Antikörper und den von ihnen entwickelten Ersatz in den Mittelpunkt ihres Auftritts.

    Bereits die Präsentation arbeitete stark mit dem Thema Tierleid und der Abgrenzung von herkömmlichen Verfahren. Die Firma wollte damit nicht lediglich eine technische Verbesserung verkaufen, sondern bewusst auch eine ethische Botschaft transportieren. Ein Investment kam letztlich nicht zustande. Der Auftritt sorgte jedoch für zusätzliche Öffentlichkeit und machte deutlich, wie stark die Marke über den Begriff „vegan“ positioniert wird.

    Gerade an diesem Beispiel wird der Unterschied sichtbar. Die Kieselalgen-Technologie ist eine wissenschaftliche und technische Entwicklung. „Vegan“ ist dagegen eine Vermarktungsentscheidung. Beides muss nicht zwangsläufig miteinander verbunden werden.

    Tierfreie Technologien gehören keiner Ernährungsbewegung

    Hinzu kommt ein grundsätzliches Problem: Technologien, bei denen keine Tiere benötigt werden, existieren in unzähligen Bereichen, ohne deshalb automatisch als „vegan“ vermarktet zu werden. Chemische Analyseverfahren, Zellkulturmethoden, computergestützte Modelle oder verschiedene biotechnologische Produktionssysteme werden normalerweise nach ihrer Funktion und ihrer wissenschaftlichen Leistung bewertet. Niemand erwartet, dass jede technische Methode ohne tierischen Bestandteil deshalb mit einem Vegan-Logo versehen wird.

    Die Vermeidung von Tiernutzung ist auch kein exklusives Anliegen veganer Bewegungen. Wissenschaftler, Unternehmen, Behörden und Verbraucher können dafür sein, unnötige Tiernutzung durch bessere Methoden zu ersetzen, ohne selbst vegan zu leben. Wer Tierhaltung, Zoos oder die Nutzung von Tieren grundsätzlich nicht ablehnt, kann trotzdem der Auffassung sein, dass ein Tier nicht eingesetzt werden muss, wenn eine gleichwertige technische Alternative vorhanden ist.

    Genau diese Trennung geht verloren, wenn jede tierfreie Innovation automatisch unter dem Begriff „vegan“ vermarktet wird. Aus einer technischen Lösung wird dadurch schnell ein ideologisches Statement. Das schränkt die mögliche Zielgruppe eher ein, obwohl die Technologie selbst eigentlich breite Zustimmung verdienen könnte.

    Zuverlässigkeit bleibt wichtiger als das Vegan-Label

    Neben der ethischen Vermarktung darf außerdem nicht vergessen werden, wofür ein Schwangerschaftstest überhaupt gekauft wird. Entscheidend ist am Ende nicht, welche Weltanschauung auf der Verpackung transportiert wird, sondern ob der Test zuverlässig funktioniert. Phaeosynt erklärt, dass die Sensitivität mit etablierten Schwangerschaftstests vergleichbar sei. Da die konkrete Technologie noch vergleichsweise jung ist, sind umfangreiche unabhängige Langzeiterfahrungen naturgemäß geringer als bei seit Jahrzehnten eingesetzten Verfahren.

    Das bedeutet keineswegs, dass der Test deshalb unzuverlässig wäre. Es bedeutet lediglich, dass die technische Leistungsfähigkeit langfristig der entscheidende Maßstab bleiben muss. Ein Schwangerschaftstest ist ein Medizinprodukt und kein politisches Statement. Verbraucher müssen sich darauf verlassen können, dass das Ergebnis korrekt angezeigt wird und die angegebenen Leistungsdaten stimmen.

    Wer den Test verwendet, sollte deshalb wie bei jedem anderen Schwangerschaftstest die Gebrauchsanweisung beachten. Ein zunächst negatives Ergebnis kann bei weiterhin bestehendem Verdacht zu einem späteren Zeitpunkt wiederholt oder ärztlich abgeklärt werden. Auch hier unterscheidet sich das Produkt grundsätzlich nicht von anderen Schwangerschaftstests.

    Gute Technologie braucht kein ideologisches Etikett

    Phaeosynt hat mit der Nutzung gentechnisch veränderter Kieselalgen einen interessanten Ansatz entwickelt. Wenn Antikörper auf diese Weise zuverlässig und wirtschaftlich hergestellt werden können, ohne dafür Tiere einzusetzen, ist das eine Entwicklung, die man ausdrücklich begrüßen kann. Dafür muss man weder vegan leben noch die grundsätzlichen Positionen veganer Organisationen teilen.

    Gerade deshalb erscheint die starke Vermarktung als „veganer Schwangerschaftstest“ unnötig. Sie kann Menschen abschrecken, die eine tierfreie technische Lösung durchaus positiv sehen, sich aber von veganer Lebensweise, moralischer Belehrung oder entsprechendem Lifestyle-Marketing bewusst distanzieren. Ein sachlicher Hinweis darauf, dass die benötigten Antikörper ohne Tiere produziert werden, würde die Innovation wesentlich präziser beschreiben.

    Vielleicht wäre der größte Erfolg für Phaeosynt deshalb irgendwann erreicht, wenn die Technologie so selbstverständlich geworden ist, dass niemand mehr ein Vegan-Logo benötigt, um sie zu verkaufen. Dann hätte sich nicht eine Ernährungs- oder Lifestylebewegung durchgesetzt, sondern schlicht die bessere Produktionsmethode.

    Quellen

  • Jagd in der Schweiz: Zwischen Wildtiermanagement und ethischer Grundsatzfrage

    Jagd in der Schweiz: Zwischen Wildtiermanagement und ethischer Grundsatzfrage

    Die Schweizer Wildsaison bringt nicht nur Rehpfeffer und Wildschwein auf die Teller, sondern auch eine alte Grundsatzdebatte zurück: Ist die Jagd notwendiger Bestandteil des Wildtiermanagements – oder ein vermeidbarer Eingriff in die Natur? Eine aktuelle Leser-Diskussion von «Blick» zeigt, wie weit die Positionen auseinanderliegen. Im Zentrum stehen dabei die Regulierung von Wildbeständen, die Rückkehr grosser Beutegreifer und die Frage, ob Wildfleisch ethisch anders zu bewerten ist als Fleisch aus der Nutztierhaltung.

    Warum Befürworter die Jagd für notwendig halten

    Mehrere Stimmen in der Debatte sehen die Jagd als praktisches Instrument, wenn natürliche Feinde fehlen oder ihre regulierende Wirkung nicht ausreicht. Dabei wird auf ausgebildete Jäger verwiesen, die Wildbestände kontrollieren sollen. Zudem wird die Jagd als notwendig dargestellt, wenn die natürliche Regulierung durch Wölfe nicht in ausreichendem Maß funktioniert.

    Der Schweizer Tierschutz STS bewertet die Frage differenzierter. Nach seiner Darstellung können hohe Bestände von Rot- und Schwarzwild unter anderem durch mehr Waldflächen und ein grösseres Nahrungsangebot begünstigt werden. Aus Sicht des Naturschutzes könne die Jagd helfen, Wildschäden an Feld und Wald zu minimieren. Diese Begründung macht zugleich deutlich, dass Jagd nicht pauschal als Naturschutz gilt: Entscheidend sind Ziel, Umfang und konkrete Ausgestaltung der Eingriffe.

    Diese Positionen werden in der Debatte unterschiedlich bewertet.

    Wolf, Luchs und Bär verschärfen den Streit

    Die Rückkehr des Wolfs wird als Argument im Streit über die Jagd aufgegriffen, beendet den Konflikt aber nicht. In der Debatte werden Wolf, Bär und Luchs als natürliche Gegenspieler genannt. Andere bezweifeln, dass sich die Jagd dadurch erledigt. Gerade der Wolf wird damit zum Symbol für die konkurrierenden Vorstellungen: Für die einen soll er Wildbestände regulieren, für die anderen wird ihm durch die Jagd ein Teil seiner Beute entzogen.

    Die Gleichsetzung von Jagd und Naturschutz wird abgelehnt und die Auffassung vertreten, die Natur könne sich selbst regulieren. Auch die Plattform «Wild beim Wild» stellt die Hobbyjagd in der Schweiz grundsätzlich infrage und verbindet die Diskussion mit Fragen zu Tierrechten, Jagdpolitik und Wildtiermanagement. Ihre Position ist klar jagdkritisch und steht damit nicht für einen neutralen Konsens.

    Die praktische Folge der Debatte reicht über den Streit um Begriffe hinaus. Als Kriterien für Eingriffe werden in der Debatte und der Einordnung des Schweizer Tierschutzes unter anderem hohe Wildbestände, Schäden an Feld und Wald sowie eine fehlende oder nicht ausreichende natürliche Regulierung genannt. Als Managementinstrument steht dabei vor allem der kontrollierte Abschuss im Mittelpunkt; eine pauschale Lösung gibt es deshalb nicht. Die ökologischen Bedingungen unterscheiden sich regional, ebenso die Ziele der zuständigen Wildtierverwaltung.

    Tierschutzkritik und die Frage des Fleischkonsums

    In der Debatte wird die Jagd vollständig abgelehnt und Jägern unterstellt, auf alles zu schiessen, was sich bewegt. Solche Aussagen spiegeln die Schärfe der Lesermeinungen wider, belegen aber nicht automatisch ein Fehlverhalten aller Jäger.

    Ein weiterer Streitpunkt ist der Konsum von Wildfleisch. Franz Meister beschreibt den persönlichen Widerspruch, Fleisch zu essen, aber das Töten eines Tieres nicht selbst übernehmen zu wollen. In einem weiteren Kommentar wird Wildfleisch gegenüber Produkten aus beengter Nutztierhaltung bevorzugt.

    Damit verschiebt sich die Debatte von der Bestandsregulierung zur persönlichen Verantwortung. Wildfleisch kann aus Sicht seiner Befürworter kurze Wege und ein freilebendes Tier verbinden; für Jagdgegner bleibt jedoch der Abschuss selbst das zentrale ethische Problem. Der Herbst bringt deshalb nicht nur eine kulinarische Saison, sondern auch die Frage auf den Tisch, wie viel menschliche Steuerung eine Natur mit Wolf, Luchs und veränderten Lebensräumen tatsächlich braucht.

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  • Drei kranke Welpen aus Kofferraum in Berlin beschlagnahmt

    Drei kranke Welpen aus Kofferraum in Berlin beschlagnahmt

    In Berlin-Charlottenburg hat die Polizei drei Welpen aus dem Kofferraum eines Autos beschlagnahmt. Die Tiere sollten nach einer von PETA initiierten Kontaktaufnahme in der Herderstraße verkauft werden. Zwei Toypudel befinden sich nach Angaben der Organisation in kritischem gesundheitlichem Zustand und werden nun im Tierheim Berlin in Tollwut-Quarantäne versorgt.

    Angebot über Onlineplattform führte zum Einsatz

    Ausgangspunkt war eine Anzeige auf Quoka.de, in der ein Pomeranian für 1.500 Euro angeboten wurde. Eine PETA-Ermittlerin trat nach Angaben der Organisation als Kaufinteressentin auf. Während des Kontakts soll der Anbieter zusätzlich zwei Toypudel zum Verkauf angeboten haben.

    Beim vereinbarten Treffen entdeckte die Ermittlerin die drei Hundebabys in einer Plastikkiste im Kofferraum des Fahrzeugs. Die Berliner Polizei wurde hinzugezogen und stellte die Tiere sicher. Nach Angaben von PETA stammten die Welpen aus Polen, verfügten weder über EU-Heimtierausweise noch über die erforderlichen Impfungen; zwei der drei Tiere seien zudem nicht gechippt gewesen.

    Die Unterbringung im Tierheim ist zunächst keine normale Aufnahme, sondern Teil der vorgeschriebenen Absonderung. Die Welpen bleiben wegen des möglichen Tollwutrisikos in Quarantäne und können erst nach veterinärmedizinischer Prüfung weitervermittelt werden. Für die beiden Toypudel geht es dabei zunächst um die Stabilisierung ihres Gesundheitszustands.

    Gesundheitszustand der Toypudel besonders kritisch

    „Die beiden Toy-Pudel sind krank und brauchen dringend medizinische Unterstützung. Wir hoffen, sie überleben“, erklärte PETA-Mitarbeiterin Jana Hoger. Ihre Aussage beschreibt den aktuellen Ernst der Lage, stellt aber noch keine bestätigte Diagnose oder Todesprognose dar. Welche Erkrankungen genau vorliegen und wie sich der Zustand der Tiere entwickelt, wurde öffentlich nicht mitgeteilt.

    Der Fall zeigt zugleich, warum Käufer bei auffällig schnellen Onlineangeboten besonders vorsichtig sein müssen. Fehlende Ausweise, nicht vorhandene Kennzeichnung und eine Übergabe aus einem Fahrzeug sind konkrete Warnsignale. Wer einen Welpen kauft, kann durch die Prüfung von Herkunft, Chip, Impfstatus und den Haltungsbedingungen verhindern, dass ein solcher Handel finanziert wird.

    Berliner Politik streitet über wirksamere Kontrolle

    Nach Angaben der B.Z. hatte das Berliner Abgeordnetenhaus erst im Juni über den illegalen Welpenhandel beraten. Die Grünen und die Linke befürworteten demnach, das Hunderegister stärker zur Bekämpfung des Handels zu nutzen. Die schwarz-rote Koalition lehnte diesen Ansatz wegen datenschutzrechtlicher Bedenken und fehlender Abstimmung mit anderen Bundesländern ab.

    Wie groß das Problem in Berlin ist, verdeutlichen Zahlen des Tierschutzvereins für Berlin. Der Verein registrierte 2024 mindestens 52 Welpen in 32 Fällen mit Verdacht auf illegalen Handel und rechnete zugleich mit einer erheblichen Dunkelziffer. Die Zahlen beziehen sich auf Verdachtsfälle und sind daher nicht gleichbedeutend mit rechtskräftig festgestellten Verstößen.

    PETA fordert angesichts des aktuellen Falls ein Verbot des Handels mit lebenden Tieren auf Onlineplattformen. Die Organisation verweist auf mehr als 13.400 Welpenangebote auf großen Plattformen; diese Zahl stammt aus ihrer eigenen Auswertung und umfasst nicht automatisch bestätigte Fälle illegalen Handels. Der konkrete Berliner Einsatz macht jedoch sichtbar, welche Folgen fehlende Kontrollen für die Tiere haben können: Drei Welpen wurden aus einer improvisierten Transportbox geholt, zwei von ihnen müssen nun zunächst um ihr Überleben kämpfen.

    Die Rettung der Tiere steht damit im Mittelpunkt des aktuellen Falls. Für die Welpen folgt nun die weitere Versorgung unter den Bedingungen der Quarantäne. Der Ausgang bleibt nach den vorliegenden Angaben offen.

    Quellen

  • Badischer Züchtertag: Impfungen und Zuchtbuchführung als Themen der Veranstaltung

    Badischer Züchtertag: Impfungen und Zuchtbuchführung als Themen der Veranstaltung

    Am 6. September trafen sich Geflügelzüchter zum 22. Badischen Züchtertag in Neunkirchen. Im Mittelpunkt standen Fragen zur Geflügelgesundheit, zur Zuchtpraxis und zur Nachwuchsarbeit. Drei Mitglieder des GZV Schriesheim nahmen an der als Fortbildung für den Sach- und Fachkundenachweis konzipierten Veranstaltung teil. Als überregionaler Treffpunkt verband der Züchtertag die Wissensvermittlung in Vorträgen mit dem Austausch unter Züchtern und bot damit Orientierung für die praktische Vereins- und Zuchtarbeit.

    Newcastle-Impfung als Thema der Veranstaltung

    Besondere Aufmerksamkeit erhielt der Vortrag von Dr. Fritz vom Geflügelgesundheitsdienst Baden-Württemberg. Unter dem Titel „Gesund erhalten von Geflügel“ ging es unter anderem um die Newcastle-Krankheit. Dabei wurde auf die gesetzliche Impfpflicht hingewiesen.

    Für Halter ist vor allem die rechtliche Konsequenz wichtig: Auf die gesetzliche Impfpflicht gegen Newcastle-Krankheit wurde hingewiesen. Der GZV Schriesheim verwies in diesem Zusammenhang auf einen eigenen Impftermin am 20. September 2026. Die Veranstaltung machte damit deutlich, dass Gesundheitsvorsorge nicht erst bei einem Krankheitsverdacht beginnt, sondern zur regelmäßigen Bestandsbetreuung gehört.

    Rechtslage zur Vogelgrippe

    Ein weiterer Schwerpunkt war die derzeitige Rechtslage zur Aviären Influenza, häufig als Vogelgrippe bezeichnet. Nach den Angaben des Vereins sind präventive Impfungen gegen die Vogelgrippe in Deutschland derzeit nicht allgemein zugelassen. Ein flächendeckender Impfschutz für Nutzgeflügel ist deshalb rechtlich nicht möglich.

    Dokumentation als Werkzeug der Zucht

    Neben der Tiergesundheit befasste sich Tobias Rell mit dem Thema Zuchtbuch und Zuchtbuchführung. Eine sorgfältige Dokumentation hält unter anderem Abstammungen, Leistungsdaten und die Entwicklung einzelner Zuchtlinien fest. Damit können Züchter Entscheidungen nachvollziehbarer treffen und die Qualität ihrer Zucht über mehrere Generationen hinweg beobachten.

    Die Bedeutung reicht über reine Vereinsformalitäten hinaus. Wer Herkunft und Eigenschaften seiner Tiere systematisch erfasst, kann Verpaarungen gezielter planen und Entwicklungen im Bestand besser bewerten. Gerade bei kleineren Rassegeflügelbeständen schafft ein übersichtliches Zuchtbuch zudem eine verlässliche Grundlage für den Austausch mit anderen Züchtern und für die langfristige Erhaltung bestimmter Rassen.

    Nachwuchsarbeit ergänzt den fachlichen Austausch

    Auch die Nachwuchsförderung war Bestandteil des Züchtertags. Günter Endres stellte aus der Landesjugendarbeit neue Kinderbücher der vier Landesverbände vor. Die Geschichten „David – Neues Leben auf der grünen Wiese“ und „Emil und die Tür unter der alten Eiche“ sollen Kindern einen altersgerechten Zugang zur Geflügel- und Vereinswelt ermöglichen.

    Für den GZV Schriesheim ist ein kleines Kontingent der Bücher angekündigt. Damit verbindet der Verein die Fachveranstaltung mit einem praktischen Angebot für junge Interessierte. Der Züchtertag in Neunkirchen war somit nicht nur eine Vortragsveranstaltung, sondern auch ein Treffpunkt für überregionalen Austausch und die Weitergabe von Wissen an die nächste Generation.

    Quellen

  • Kobelt-Zoo Frankfurt sucht Ehrenamtliche für Tierpflege und Instandhaltung

    Kobelt-Zoo Frankfurt sucht Ehrenamtliche für Tierpflege und Instandhaltung

    Im Kobelt-Zoo in Frankfurt-Schwanheim haben rund 200 Tiere ein Zuhause gefunden. Viele von ihnen kamen nach schwierigen Vorgeschichten in den kleinen Tierpark und werden dort von einem überwiegend ehrenamtlich arbeitenden Team versorgt. Damit der kostenlos zugängliche Zoo seinen Betrieb auch künftig aufrechterhalten kann, werden nun weitere Helfer für die Tierpflege, handwerkliche Arbeiten und die Betreuung der Besucher gesucht. Unterstützung ist dabei nicht nur für regelmäßige Einsätze gefragt, sondern auch punktuell bei Veranstaltungen und anderen Aufgaben möglich.

    Ehrenamt als Grundlage des Zoobetriebs

    Geschäftsführerin Sylvia Schwind verbindet mit dem Kobelt-Zoo eine lange persönliche Geschichte. Sie wuchs mit dem Tierpark in Schwanheim auf und engagiert sich heute selbst für dessen Erhalt und Weiterentwicklung. Viele der dort lebenden Tiere wurden aufgenommen, nachdem sie aus unterschiedlichen Gründen nicht mehr bei ihren früheren Haltern bleiben konnten. Nach Angaben der Stadt Frankfurt stammen einige Tiere beispielsweise aus Beschlagnahmungen durch das Veterinäramt und haben vor ihrer Aufnahme im Kobelt-Zoo schwierige Haltungsbedingungen erlebt.

    Der Tierpark wird weitgehend ehrenamtlich getragen und erhebt keinen festen Eintritt. Dadurch können Familien, Schulklassen und andere Besucher den Zoo unabhängig von ihren finanziellen Möglichkeiten besuchen. Dieses Konzept macht den Kobelt-Zoo zu einem niedrigschwelligen Freizeit- und Begegnungsangebot, stellt den Betreiberverein gleichzeitig aber vor besondere organisatorische und finanzielle Herausforderungen. Denn auch ohne Eintrittspreise fallen täglich Kosten für Futter, medizinische Versorgung, Reparaturen, Gehege und die Pflege des gesamten Geländes an.

    Helfer mit unterschiedlichen Zeitbudgets gesucht

    Die Aufgaben für freiwillige Helfer sind entsprechend vielfältig. Unterstützung wird beim Füttern und Versorgen der Tiere, bei handwerklichen Arbeiten und bei der Instandhaltung des Geländes benötigt. Hinzu kommen Führungen für Schulklassen sowie die Vorbereitung und Durchführung von Veranstaltungen. Interessierte müssen sich dabei nicht zwangsläufig an mehreren Tagen pro Woche verpflichten, denn nach Angaben des Zoos beziehungsweise der Stadt Frankfurt sind auch monatliche oder punktuelle Einsätze möglich.

    Wer nicht regelmäßig vor Ort mitarbeiten kann, hat ebenfalls Möglichkeiten, den Kobelt-Zoo zu unterstützen. Neben Geld- und Futterspenden können Interessierte beispielsweise Tierpatenschaften übernehmen. Gerade bei größeren Veranstaltungen ist der Verein zudem auf zusätzliche Helfer angewiesen, die das bestehende Team entlasten. Damit wird deutlich, dass der Betrieb des Zoos nicht allein von finanziellen Spenden, sondern in erheblichem Maße von der verfügbaren Arbeitskraft ehrenamtlicher Unterstützer abhängt.

    Bereits im Frühjahr 2026 zeigte sich, wie umfangreich die Arbeiten hinter den Kulissen sind. Ehrenamtliche bereiteten das Gelände auf die neue Saison vor, erledigten Reparaturen und begleiteten zahlreiche Tiere zu tierärztlichen Untersuchungen. Solche Aufgaben fallen zusätzlich zur täglichen Versorgung der Tiere an und müssen auch außerhalb der eigentlichen Öffnungszeiten organisiert werden. Ohne Menschen, die regelmäßig Verantwortung übernehmen und Zeit investieren, wäre ein vollständig ehrenamtlich getragener Zoobetrieb dieser Art kaum aufrechtzuerhalten.

    Kobelt-Zoo bei der Frankfurter Ehrenamtsmesse

    Neue Unterstützer möchte der Kobelt-Zoo nun unter anderem über die Frankfurter Ehrenamtsmesse erreichen. Dort können sich Interessierte über verschiedene Vereine, Projekte und Möglichkeiten für freiwilliges Engagement informieren. Für den Kobelt-Zoo bietet die Veranstaltung die Gelegenheit, direkt mit potenziellen Helfern über konkrete Aufgaben, benötigte Fähigkeiten und den möglichen zeitlichen Umfang eines Engagements zu sprechen. Gleichzeitig kann der Verein dort Menschen erreichen, die sich grundsätzlich ehrenamtlich engagieren möchten, bislang aber noch nicht an eine Mitarbeit in einem Tierpark gedacht haben.

    Für den Kobelt-Zoo ist die Teilnahme deshalb mehr als reine Öffentlichkeitsarbeit. Entscheidend ist, tatsächlich zusätzliche Menschen für die praktische Arbeit im Tierpark zu gewinnen und damit das bestehende Team dauerhaft zu entlasten. Auch wer zunächst nur einzelne Aktionen unterstützen möchte, kann auf diesem Weg einen Einblick in den Betrieb und die anfallenden Aufgaben bekommen. Informationen zur Mitarbeit, zu Tierpatenschaften und zu weiteren Unterstützungsmöglichkeiten stellt der Kobelt-Zoo zusätzlich über seine eigene Website zur Verfügung.

    Die Ehrenamtsmesse ergänzt damit andere lokale Initiativen und Veranstaltungen in Frankfurt, bei denen unterschiedliche gesellschaftliche Projekte sichtbar gemacht werden. Für den Kobelt-Zoo steht dabei allerdings ein sehr konkreter Bedarf im Vordergrund: Es werden Menschen benötigt, die bereit sind, tatsächlich mit anzupacken. Gerade bei einem Betrieb, der weitgehend auf freiwilliger Mitarbeit basiert, entscheidet die Zahl verfügbarer Helfer unmittelbar darüber, welche Aufgaben zuverlässig erledigt werden können. Das betrifft sowohl die Versorgung der Tiere als auch die Pflege und Instandhaltung der gesamten Anlage.

    Kostenfreier Zugang braucht freiwillige Unterstützung

    Das Konzept des Kobelt-Zoos verbindet einen kostenfreien Zugang mit einem überwiegend ehrenamtlich organisierten Betrieb. Damit unterscheidet sich der Tierpark in Schwanheim in mehreren Punkten von größeren zoologischen Einrichtungen mit festen Eintrittspreisen und umfangreicher hauptamtlicher Personalstruktur. Gleichzeitig verschwinden die laufenden Kosten und Arbeitsaufgaben nicht dadurch, dass Besucher keinen Eintritt bezahlen müssen. Tierpflege, Futter, tierärztliche Versorgung, Reparaturen und die Unterhaltung des Geländes müssen unabhängig vom Finanzierungsmodell zuverlässig gewährleistet werden.

    Ehrenamtliche übernehmen deshalb einen wesentlichen Teil der täglichen Arbeit und tragen dazu bei, dass der Zoo sein Angebot aufrechterhalten kann. Die fachliche Verantwortung für die Tiere bleibt davon unberührt, doch ohne ausreichend Menschen für die vielen praktischen Aufgaben stößt ein ehrenamtlich geführter Betrieb schnell an seine Grenzen. Wer sich engagieren möchte, kann auf der Ehrenamtsmesse Kontakt zum Team aufnehmen oder den Zoo direkt über seine offizielle Website erreichen. Im Impressum wird für die Kontaktaufnahme die E-Mail-Adresse kobelt-zoo@web.de angegeben.

    Ob der Kobelt-Zoo auch langfristig kostenfrei zugänglich bleiben kann, hängt damit nicht allein von Spenden oder einzelnen Fördermaßnahmen ab. Ebenso wichtig sind Menschen, die bereit sind, ihre Zeit, ihre Fähigkeiten und gegebenenfalls auch handwerkliche Fachkenntnisse einzubringen. Das Engagement kann je nach persönlicher Situation unterschiedlich umfangreich ausfallen und reicht von regelmäßiger Tierpflege bis zur punktuellen Unterstützung bei Veranstaltungen. Gerade dieses Zusammenspiel aus freiwilliger Arbeit, Spenden und langfristigem Engagement bildet die Grundlage dafür, dass der Kobelt-Zoo seine Arbeit in Frankfurt-Schwanheim fortsetzen kann.

    Quellen

  • Animal Hoarding in Deutschland: Fälle mit betroffenen Tieren

    Animal Hoarding in Deutschland: Fälle mit betroffenen Tieren

    Mindestens 343 Fälle von Animal Hoarding wurden 2023 in Deutschland registriert. Betroffen waren mehr als 16.000 Tiere. Die Zahlen stammen aus einem Forschungsprojekt unter Beteiligung der Technischen Universität Dresden und des Deutschen Tierschutzbundes – und zeigen zugleich, wie lückenhaft der Überblick bislang ist.

    Fehlende gemeinsame Daten erschweren das Vorgehen

    Bisher gibt es keine zentrale Statistik und keine gemeinsame Datenbank der Veterinärämter. Die erfassten Fälle bilden deshalb wahrscheinlich nicht das gesamte Ausmaß ab. Animal Hoarding bleibt häufig lange verborgen, weil die Zustände in den betroffenen Haushalten erst durch Hinweise aus der Nachbarschaft, Kontrollen oder akute Notlagen bekannt werden.

    Für Veterinärämter bedeutet jeder Fall einen erheblichen organisatorischen Aufwand. Müssen Tiere wegen unzureichender Versorgung fortgenommen werden, braucht es kurzfristig Unterbringungsplätze, tierärztliche Untersuchungen und eine längerfristige Betreuung. Auch Tierheime geraten dadurch an ihre Belastungsgrenzen, weil viele Tiere gleichzeitig aufgenommen werden und oft gesundheitliche oder verhaltensbezogene Probleme haben.

    Das Forschungsprojekt soll deshalb nicht nur Fallzahlen zusammentragen, sondern auch typische Verläufe und Unterstützungsbedarfe sichtbar machen. Eine einheitliche Erfassung könnte Behörden helfen, Fälle besser zu vergleichen und wiederkehrende Entwicklungen früher zu erkennen. Für die Praxis wäre das besonders wichtig, weil einzelne Veterinärämter derzeit weitgehend mit eigenen Akten und regionalen Erfahrungswerten arbeiten.

    47 Hunde in Bad Iburg zeigen die Folgen

    Wie schwer die Folgen sein können, zeigte ein Fall aus Bad Iburg. Im Februar 2025 wurden dort nach der vorliegenden Darstellung 47 Hunde aus einem Einfamilienhaus gerettet. Die Tiere waren nach dieser Darstellung krank, mangelernährt und verhaltensauffällig. Im Tierheim mussten sie anschließend etwa zwei Monate intensiv versorgt werden.

    Der Fall wurde auch juristisch aufgearbeitet. Nach der vorliegenden Darstellung begann gegen den Halter der Hunde am 8. September 2025 vor dem Amtsgericht Osnabrück der Prozess. Eine solche strafrechtliche Konsequenz ist bei Fällen von Animal Hoarding allerdings nicht der Regelfall. Häufig bleibt es bei einem Tierhalteverbot, dessen Einhaltung in der Praxis schwer zu kontrollieren ist.

    Gerade darin liegt ein zentrales Problem: Werden Tiere beschlagnahmt, ist der konkrete Haushalt zunächst geräumt. Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Krissy Mockenhaupt verweist auf Schätzungen, nach denen mehr als 90 Prozent der Betroffenen nach einer früheren Beschlagnahmung erneut Tiere sammeln. Diese Zahl wird als Schätzung beschrieben und ist nicht mit einer amtlichen Rückfallstatistik gleichzusetzen.

    Tierwohl und Hilfe für Betroffene müssen zusammen gedacht werden

    Animal Hoarding ist nicht auf eine einzige soziale Gruppe beschränkt. Nach dem Bericht gibt es bislang keine eindeutigen Gemeinsamkeiten zwischen allen Fällen. Zugleich befinden sich viele Betroffene in belastenden psychosozialen Lebenssituationen und erkennen nach Einschätzung von Fachleuten häufig nicht, dass ihre Tiere leiden.

    Die Sozialwissenschaftlerin Sandra Wesenberg fordert deshalb einen umfassenderen Umgang mit dem Phänomen. Neben dem Schutz der Tiere müsse auch geprüft werden, welche psychosoziale Unterstützung die Halter benötigen. Ohne solche Hilfen kann ein Tierhalteverbot möglicherweise allein nicht ausreichen.

    Auch die fachliche Einordnung ist noch nicht abschließend geklärt. Wesenberg hält eine präzisere Definition von Animal Hoarding für notwendig und bringt die Frage auf, ob es sich möglicherweise um ein eigenständiges psychisches Krankheitsbild handeln könnte. Eine solche Einordnung wäre keine Entschuldigung für schlechte Haltung, könnte aber den Zugang zu geeigneten Hilfsangeboten verbessern.

    Für Tierheime und Veterinärämter entscheidet sich der Nutzen des Forschungsprojekts letztlich daran, ob aus den Zahlen konkrete Strukturen entstehen. Eine bessere Erfassung, frühere Hilfen und abgestimmte Verfahren könnten verhindern, dass Behörden erst dann eingreifen, wenn Dutzende Tiere unter Krankheit, Mangelversorgung und Verwahrlosung leiden. Bis dahin bleibt der Schutz der Tiere stark davon abhängig, wie früh ein Fall erkannt wird und welche Unterbringungs- und Unterstützungsangebote vor Ort verfügbar sind.

    GERATI-Beitrag zu Animal Hoarding

    Quellen

  • Monsterfüchse in Finnland: Neue Aufnahmen und die verschobene EU-Entscheidung

    Monsterfüchse in Finnland: Neue Aufnahmen und die verschobene EU-Entscheidung

    Neue Aufnahmen aus finnischen Pelzfarmen zeigen nach Angaben der Tierschutzorganisation Project 1882 stark übergewichtige Blaufüchse mit auffälligen Hautfalten, Verletzungen und erheblichen Bewegungseinschränkungen. Das Material soll zwischen November 2025 und April 2026 auf Farmen in Lapua, Veteli und Kauhava entstanden sein. Einige der Tiere sollen nach Schätzungen von VIER PFOTEN bis zu 19 Kilogramm wiegen.

    Die Bilder erscheinen zu einem politisch brisanten Zeitpunkt. Die Europäische Kommission muss weiterhin entscheiden, ob sie ein Verbot der Pelztierzucht und der Vermarktung von Zuchtpelzen vorschlägt oder lediglich strengere Haltungsstandards einführt. Eine ursprünglich für März 2026 erwartete Entscheidung wurde bislang nicht vorgelegt.

    Neue Aufnahmen aus drei finnischen Pelzfarmen

    Project 1882 veröffentlichte das Bild- und Videomaterial Anfang September 2026. Nach Angaben der Organisation zeigen die Aufnahmen Blaufüchse mit starken Hautfalten, Augenentzündungen, unbehandelten Verletzungen und deutlich eingeschränkter Bewegungsfähigkeit. Die Tiere werden demnach in Drahtkäfigen gehalten, die nur begrenzte Möglichkeiten zum Laufen, Erkunden oder Graben bieten.

    Das Material stammt allerdings nicht aus einer behördlichen Kontrolle. Project 1882 erhielt es nach eigenen Angaben von einer anonymen Quelle. Damit lassen sich Aufnahmeorte und Zeitraum zwar anhand der Angaben der Organisation benennen, eine unabhängige Überprüfung jedes einzelnen Bildes oder des Gesundheitszustands aller gezeigten Tiere ist auf dieser Grundlage jedoch nicht möglich.

    VIER PFOTEN spricht von Tieren, die schätzungsweise bis zu 19 Kilogramm wiegen könnten. Ein konkretes Körpergewicht lässt sich aus Fotos und Videos allein jedoch nicht feststellen. Die Zahl sollte deshalb nicht als bestätigter Messwert, sondern ausdrücklich als Schätzung der Tierschutzorganisation behandelt werden.

    Zucht auf größere Körper und Felle

    Blaufüchse sind eine Farbvariante des Polarfuchses und werden in der Pelztierzucht unter anderem wegen ihres dichten Fells gehalten. Nach Einschätzung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit wurden Tiere in der Pelzproduktion genetisch auf schnelleres Wachstum und größere Körper selektiert. Größere Tiere können entsprechend größere Felle liefern und damit einen wirtschaftlichen Vorteil darstellen.

    Genau diese Zuchtausrichtung steht seit Jahren in der Kritik. Bereits 2017 sorgten Aufnahmen extrem übergewichtiger Füchse aus finnischen Pelzfarmen international für Empörung. Die finnische Pelzbranche kündigte daraufhin an, gegen die Zucht übergroßer Tiere vorzugehen. Die aktuellen Aufnahmen werfen zumindest die Frage auf, wie wirksam diese Zusage umgesetzt und kontrolliert wurde.

    Hinzu kommt eine Angabe von VIER PFOTEN zur finnischen Pelzauktionsgesellschaft Saga Furs. Demnach wurden bei einer Auktion im März 2026 mehr als 12.700 Blaufuchsfelle in einer Größenkategorie angeboten, die oberhalb des nach dem Skandal von 2017 festgelegten Maximums liegen soll. Diese Darstellung stammt von der Tierschutzorganisation und konnte anhand öffentlich auffindbarer Auktionsunterlagen nicht unabhängig bestätigt werden.

    Dennoch zeigt die Vermarktung besonders großer Felle, sofern die Angaben zutreffen, einen offensichtlichen Zielkonflikt. Einerseits erklärte die Branche, die Zucht übergroßer Füchse begrenzen zu wollen. Andererseits besteht weiterhin ein wirtschaftlicher Markt für besonders große Felle. Ohne nachvollziehbare Kontrollen und veröffentlichte Daten bleibt daher offen, wie konsequent die eigenen Zusagen tatsächlich durchgesetzt werden.

    EFSA sieht grundlegende Probleme der Käfighaltung

    Die Kritik an der Pelztierhaltung stützt sich nicht ausschließlich auf Aufnahmen von Tierschutzorganisationen. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit veröffentlichte im Juli 2025 eine wissenschaftliche Bewertung zur Haltung von Nerzen, Rotfüchsen, Polarfüchsen, Marderhunden und Chinchillas. Dabei identifizierte die EFSA insbesondere die geringe Größe und die strukturarme Gestaltung der üblichen Käfige als zentrale Tierschutzprobleme.

    Nach Einschätzung der Behörde schränken die derzeitigen Haltungssysteme Bewegung, Nahrungssuche und Erkundungsverhalten erheblich ein. Viele dieser Beeinträchtigungen könnten innerhalb der bestehenden Käfigsysteme nicht wesentlich reduziert werden, weil der begrenzte Raum kaum zusätzliche Beschäftigungsmöglichkeiten oder geeignete Rückzugsbereiche zulässt. Bei Polarfüchsen nennt die EFSA außerdem Probleme mit Beinen und Pfoten als eine der wesentlichen gesundheitlichen Folgen.

    Einzelne Belastungen ließen sich nach Ansicht der Behörde durch ausgewogene Fütterung, Gewichtskontrolle, gezielte Zuchtauswahl, mehr Platz und unterschiedliche Bodenarten verringern. Daraus folgt jedoch nicht, dass die heutigen Haltungssysteme insgesamt als ausreichend bewertet werden. Die EFSA kommt vielmehr zu dem Ergebnis, dass für erhebliche Verbesserungen grundsätzlich größere und stärker strukturierte Gehege erforderlich wären.

    Damit erhält die Debatte über strengere Standards eine fachliche Grundlage, gleichzeitig werden deren Grenzen sichtbar. Verbesserte Fütterung oder eine andere Käfigausstattung könnten bestimmte Probleme reduzieren. Die grundlegende Einschränkung arttypischer Verhaltensweisen wäre damit aber nicht automatisch behoben.

    „Fur Free Europe“: Antwort erfolgte bereits 2023

    Die Europäische Bürgerinitiative „Fur Free Europe“ sammelte 1.502.319 bestätigte Unterschriften aus 18 Mitgliedstaaten. Sie fordert sowohl ein EU-weites Verbot der Haltung und Tötung von Tieren zur Pelzproduktion als auch ein Verbot, Produkte aus Zuchtpelz auf dem europäischen Binnenmarkt anzubieten. Damit richtet sich die Initiative nicht nur gegen europäische Pelzfarmen, sondern auch gegen den weiteren Verkauf entsprechender Importprodukte.

    Anders als in der ursprünglichen Artikelfassung dargestellt, steht die erste Antwort der Europäischen Kommission nicht mehr aus. Die Kommission reagierte bereits am 7. Dezember 2023 auf die Bürgerinitiative und leitete weitere Prüfungen ein. Dazu gehörten die wissenschaftliche Bewertung durch die EFSA, Besuche in Mitgliedstaaten, eine Befragung nationaler Behörden und eine öffentliche Konsultation zu den wirtschaftlichen, sozialen, gesundheitlichen und ökologischen Folgen verschiedener Handlungsoptionen.

    Offen ist die politische und gegebenenfalls gesetzgeberische Konsequenz aus diesen Prüfungen. Eine weitergehende Entscheidung war ursprünglich für März 2026 angekündigt, wurde aber nicht vorgelegt. Nach Medienberichten bestehen innerhalb der Kommission unterschiedliche Auffassungen darüber, ob ein vollständiges Verbot oder neue Mindeststandards verfolgt werden sollen.

    Berichte über eine angeblich bereits feststehende Ablehnung des Verbots beruhen bislang auf Medienberichten über interne Unterlagen. Eine offiziell beschlossene und veröffentlichte Entscheidung der Kommission liegt nach dem öffentlich dokumentierten Stand nicht vor. Deshalb wäre es verfrüht, ein Scheitern der Bürgerinitiative oder die Einführung bestimmter neuer Standards als feststehende Tatsache darzustellen.

    Regulierung oder Verbot bleibt die zentrale Frage

    Die neuen Aufnahmen aus Finnland beantworten nicht sämtliche rechtlichen und fachlichen Fragen zur Pelztierzucht. Sie dokumentieren nach Darstellung von Project 1882 jedoch, dass weiterhin Füchse mit extremen körperlichen Merkmalen in herkömmlichen Käfigsystemen gehalten werden. Gemeinsam mit den wissenschaftlichen Feststellungen der EFSA liefern sie der politischen Debatte neues Material.

    Strengere Standards könnten bestimmte Belastungen reduzieren und Vorgaben für Zucht, Fütterung, Gewicht, Bodenbeschaffenheit und Platzangebot verschärfen. Ein Verbot würde dagegen nicht die einzelnen Haltungsbedingungen verändern, sondern die Pelztierzucht als Geschäftsmodell beenden. Hinzu kommt die gesonderte Frage, ob auch das Inverkehrbringen importierter Zuchtpelze untersagt werden soll.

    Für eine verantwortungsvolle Entscheidung reicht es nicht aus, lediglich neue Zertifikate oder freiwillige Zusagen der Branche einzuführen. Wenn selbst nach dem Skandal von 2017 weiterhin Tiere mit extremen Körpermerkmalen auftreten, müssen auch Kontrolle, Transparenz und wirtschaftliche Anreize hinterfragt werden. Gleichzeitig müssen konkrete Vorwürfe gegenüber einzelnen Farmen nachvollziehbar belegt und dürfen nicht allein aus Kampagnenmaterial abgeleitet werden.

    Die Europäische Kommission steht deshalb vor einer Entscheidung, die über technische Mindestmaße für Käfige hinausgeht. Sie muss bewerten, ob die wesentlichen Bedürfnisse von Füchsen, Nerzen und anderen Pelztieren unter kommerziellen Bedingungen überhaupt ausreichend erfüllt werden können. Die bisherigen Untersuchungen liefern deutliche Hinweise auf strukturelle Probleme, eine endgültige politische Antwort bleibt jedoch weiterhin aus.

    Quellen

  • Ausgesetzte Dackelwelpen lösen Ansturm auf Tierheim Schwandorf aus

    Ausgesetzte Dackelwelpen lösen Ansturm auf Tierheim Schwandorf aus

    Fünf ausgesetzte Dackelwelpen haben im Tierheim Schwandorf eine Welle von Adoptionsanfragen ausgelöst. Die etwa neun Wochen alten Hunde wurden an einer Autobahnraststätte bei Wernberg-Köblitz gefunden. Aus Bayern, Sachsen und Österreich gingen Anfragen ein. Vermittelt werden können die Tiere jedoch frühestens nach Abschluss ihrer Quarantäne in etwa sechs Wochen.

    Welpen bleiben zunächst unter Quarantäne

    Die Tiere werden im Tierheim medizinisch versorgt, geimpft und entwurmt. Die Welpen entwickeln sich trotz ihrer Vorgeschichte gut. Interessenten bittet das Tierheim dennoch, vorerst von weiteren Anfragen abzusehen, weil eine Auswahl von Haltern erst nach der Quarantäne und einer genaueren Einschätzung der Hunde möglich ist. Kurz nach dem Fund der Welpen wurde am selben Rastplatz außerdem eine Dackelhündin entdeckt. Die Hündin befindet sich inzwischen ebenfalls im Tierheim Schwandorf; ob sie wieder mit den Welpen zusammengeführt werden kann, ist derzeit offen. Die Situation zeigt, warum ausgesetzte Welpen für Tierheime weit mehr bedeuten als eine kurzfristige Aufnahme. Neben der Unterbringung müssen Quarantänebereiche organisiert, tierärztliche Behandlungen bezahlt und die Tiere vor möglichen Infektionen geschützt werden. Für Interessenten bedeutet das zugleich: Eine spontane Zusage oder die schnelle Abholung eines besonders beliebten Welpen ist ausgeschlossen.

    Herkunft der Hunde ist nicht geklärt

    Ob die fünf Dackel aus einem illegalen Transport stammen, ist bislang nicht abschließend geklärt. Für die fünf Schwandorfer Welpen sind konkrete gesundheitliche Risiken nicht festgestellt. Dackel werden häufig nach ihrem Aussehen ausgewählt. Für künftige Halter ist deshalb entscheidend, die Herkunft, den Gesundheitsstatus und die Haltungsanforderungen eines Hundes zu prüfen, statt sich allein von einer hohen Nachfrage leiten zu lassen.

    Tierheime stehen vor zusätzlichen Belastungen

    Der illegale Tierhandel wird als Belastung für bayerische Tierheime beschrieben. Besonders aufwendig seien Fälle, in denen Tiere zunächst isoliert und medizinisch überwacht werden müssen. Die Recherchegrundlage lässt keine belastbare Aussage zu einer konkreten Zahl beschlagnahmter Tiere oder zu ihrem Gesundheitszustand zu. Für Tierheime verschärft sich die Belastung, weil beschlagnahmte oder ausgesetzte Tiere zusätzlich zu den regulären Fund- und Abgabetieren versorgt werden müssen. Die anhaltende Belastung des Tierheim-Systems betrifft damit nicht nur die Zahl der Tiere, sondern auch Quarantäne, Behandlung und Nachsorge. Ihre große Beliebtheit ändert jedoch nichts daran, dass sie erst nach medizinischer Freigabe und einer passenden Prüfung vermittelt werden können. Für das Tierheim steht deshalb nicht die schnellste Vergabe im Mittelpunkt, sondern ein dauerhaft geeignetes Zuhause.