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Bietigheimer Pferdemarkt: Erfolgsbilanz und Peta-Vorwürfe zum Umgang mit Ponys

Mehr als 250.000 Menschen besuchten den Bietigheimer Pferdemarkt. Die Stadt spricht von einer gelungenen fünftägigen Veranstaltung, die Polizei von einem überwiegend ruhigen Verlauf. Gleichzeitig stellte Peta nach eigenen Angaben eine Anzeige beim Veterinäramt und erhob schwere Vorwürfe gegen den Umgang mit Ponys. Damit steht neben der Besucherbilanz vor allem die Frage im Raum, unter welchen Bedingungen die Tiere bei Vorführungen und beim Kinderreiten eingesetzt wurden.

Stadt und Polizei ziehen positive Bilanz

Das Programm umfasste ein Reitturnier, Märkte, Vergnügungsangebote und einen Festumzug mit etwa 70 Pferden beziehungsweise Pferdegespannen. Nach Angaben der Stadt blieb der Besuch trotz mehrerer Verkehrsbehinderungen durch Baustellen, die Sperrung der Auwiesenbrücke und Einschränkungen auf der Bahnstrecke nach Ludwigsburg hoch. Insgesamt wurden über 250.000 Besucher gezählt; 2024 waren es etwa 200.000. Beim Reitturnier traten an drei Tagen mehr als 80 Reiter in 20 Springprüfungen an; den Großen Preis gewann Mohamad Al Shehab aus Herrenberg mit seinem Pferd Carlotta S.

Auch die Sicherheitsbilanz fiel aus Sicht der Veranstalter überwiegend positiv aus. Die Polizei registrierte 25 Anzeigen gegenüber 20 im Vorjahr. Zugleich wurden Körperverletzungen registriert; ein zeitlicher Vergleich zum Vorjahr ist für diese Zahl nicht angegeben. Die Polizei meldete außerdem weitere Straftaten im Zusammenhang mit dem Fest. Größere Einsätze des Rettungsdienstes infolge der sommerlichen Temperaturen seien der Stadt ebenfalls nicht bekannt gewesen.

Peta kritisiert Schläge und Reizüberflutung

Peta bewertet die Veranstaltung deutlich anders. Die Organisation behauptet, Pferde seien zu Vorführungen und zum Kinderreiten eingesetzt worden, obwohl die Umgebung mit lauter Musik, Durchsagen und dichtem Publikumsverkehr für die Tiere problematisch sein könne. Peta behauptet außerdem, auf Aufnahmen seien Menschen zu sehen, die Ponys mehrfach schlagen, teilweise auch ins Gesicht. Außerdem verweist Peta auf ein Pony, das sich losgerissen habe.

Ob die dokumentierten Szenen tatsächlich tierschutzrechtliche Verstöße darstellen, ist damit noch nicht abschließend geklärt. Eine Anzeige ist zunächst der Anstoß für eine Prüfung und keine gerichtliche Feststellung. Entscheidend wird sein, was die Aufnahmen konkret zeigen, in welchem Zusammenhang die Schläge erfolgten und ob für einzelne Tiere eine akute Gefahr oder eine unvertretbare Belastung bestand.

Die Stadtverwaltung teilte mit, die Hinweise würden geprüft; außerdem sei ein Tierarzt eingeschaltet worden. Nach Darstellung der Stadt waren während der Veranstaltung Fachärzte vor Ort, die bei bekannt gewordenen Problemen hätten eingreifen können. Oberbürgermeister Kessing hatte vor dem Fest betont, das Wohl der Tiere stehe für die Stadt an erster Stelle.

Ponyprogramm rückt erneut in den Mittelpunkt

Besondere Aufmerksamkeit gilt dem Ponyhof Müller aus Denkendorf, der bereits zum 26. Mal die Leistungswettbewerbe der Shetland-Ponys organisierte. Nach Angaben der Veranstalter nahmen daran 73 Tiere aus Süddeutschland teil. Zusätzlich wurden 118 Ponys und Kleinpferde sowie 65 größere Pferde bei Prämierungen vorgestellt. Die Teilnahmezahlen zeigen die Bedeutung des Tierprogramms für den Pferdemarkt, erhöhen aber zugleich die Anforderungen an Kontrolle, Betreuung und die Auswahl der Veranstaltungsbedingungen.

Gerade bei stark besuchten Volksfesten reicht der Hinweis auf anwesende Tierärzte allein nicht aus, um jeden Vorwurf auszuräumen. Für die Bewertung kommt es auf den konkreten Umgang mit den Tieren, die Dauer der Einsätze, die Rückzugsmöglichkeiten und den Umgang mit auffälligem Verhalten an. Die Stadt muss deshalb nicht nur die Anzeige prüfen, sondern auch nachvollziehbar darlegen, welche Kontrollen während der Veranstaltung stattfanden und welche Konsequenzen sich aus den Ergebnissen ergeben.

Die Kontroverse betrifft die Bewertung der vorliegenden Aufnahmen und Forderungen. Die gezeigten Szenen und die daraus gezogenen Forderungen müssen getrennt bewertet werden. Zugleich darf die positive Besucher- und Polizeibilanz konkrete Hinweise zum Tierwohl nicht überdecken.

Veranstaltung soll 2027 fortgesetzt werden

Die Stadt plant bereits den nächsten Pferdemarkt vom 3. bis 7. September 2027. Ob die aktuellen Vorwürfe bis dahin abgeschlossen sind und ob sich daraus Änderungen bei Kontrollen, Tierprogramm oder Sicherheitsvorgaben ergeben, ist noch offen. Für die Verantwortlichen wird die entscheidende Bewährungsprobe daher nicht die Besucherzahl sein, sondern der nachvollziehbare Nachweis, dass problematische Situationen früh erkannt und konsequent beendet werden.

Die Erfolgsmeldung der Stadt und die Anzeige von Peta stehen derzeit nebeneinander. Erst die Prüfung durch die zuständigen Stellen kann klären, ob aus den beobachteten Szenen rechtlich relevante Verstöße folgen. Bis dahin bleibt der Pferdemarkt ein Publikumserfolg mit einer offenen tierschutzrechtlichen Frage.

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