Im Krefelder Zoo ist am 7. Juni ein Sumatra-Tiger zur Welt gekommen. Von den drei Jungtieren überlebte nur ein Kater: Eines starb kurz nach der Geburt, bei einem weiteren wurde ein Herzfehler festgestellt. Weil es nicht lebensfähig war, entschieden sich Tierpfleger und Zootierärztinnen für eine Einschläferung.
Mau versorgt den verbliebenen Jungtiger
Die Tigerin Mau kümmert sich intensiv um ihren Nachwuchs. Der junge Kater nimmt inzwischen feste Nahrung zu sich und wiegt rund 13 Kilogramm. In den ersten Lebensmonaten blieb er mit seiner Mutter hinter den Kulissen.
In den kommenden Tagen soll er erstmals die Wurfhöhle und den rückwärtigen Bereich des Tigerhauses verlassen. Danach könnte er zeitweise auf der für Besucher einsehbaren Außenanlage zu sehen sein. Einen festen Zeitpunkt gibt es dafür nicht: Wie lange der Jungtiger draußen bleibt, hängt vom Verhalten von Mau und ihrem Nachwuchs ab. Besucher benötigen deshalb zunächst etwas Glück, um ihn beobachten zu können.
Die Entwicklung wird engmaschig veterinärmedizinisch kontrolliert. Der Kater wird regelmäßig gewogen, untersucht und erhält die notwendigen Impfungen. Bei Behandlungen zeigt er sich nach Angaben des Zoos ruhig und kooperativ, versteckt sich vor den Tierpflegern aber offenbar weiterhin gern.
Zweiter Zuchterfolg des Tigerpaares
Für Mau ist der aktuelle Wurf der zweite Zuchterfolg mit dem Kater Leopold. Das Paar war zwischen dem 25. Februar und dem 1. März zusammengeführt worden. Bereits im November 2022 hatte Mau drei Jungtiere geboren, von denen sich zwei gut entwickelten. Diese beiden Tiere wurden 2024 im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms an Zoos in Irland und Frankreich vermittelt.
Die Verbindung der beiden Tiger verlief anfangs nicht problemlos. Mau reagierte zunächst abweisend auf Leopold, der aus dem Naturzoo Rheine nach Krefeld kam. Erst nach mehreren Annäherungen entwickelte sich das Paar zu einer erfolgreichen Zuchtgemeinschaft.
Nachwuchs als Teil der Reservepopulation
Sumatra-Tiger gehören zu den hochgradig bedrohten Großkatzen. Nachzuchten in Zoos werden deshalb im Europäischen Erhaltungszuchtprogramm zwischen den Einrichtungen abgestimmt, damit eine Reservepopulation erhalten bleibt.
Der Krefelder Zoo beteiligt sich mit der Zucht am Europäischen Erhaltungszuchtprogramm. Für die unmittelbaren Besucher ist zunächst entscheidend, ob der junge Kater gesund weiterwächst und sich schrittweise an die Außenanlage gewöhnt. Der junge Kater soll in den kommenden Tagen erstmals die Außenanlage erkunden.

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